Rudolf Paul, Pfr. i. R., seit 1996

  • 1996 ging ich in den Ruhestand, für den ich mir vorgenommen hatte, mich ganz der schwäbischen Mundart zu widmen. Als erstes nahm ich mir das Neue Testament vor, aus dem ich schon drei Evangelien in die schwäbische Mundart übersetzt hatte, und konnte im Jahr 2000 das ganze NT im Silberburg Verlag veröffentlichen. Zugleich wurde ich im ganzen Ländle von Gemeinden eingeladen, um mit ihnen „Schwäbischa Kirch“ zu feiern und in Gemeinde-kreisen „Gschichta aus dr Bibel für Schwoba“ zu lesen. Das hat mir viel Freude gemacht und den Gemeinden auch.
  • 2008 erschien nach mehrmaligem Überarbeiten dann die ganze Bibel für Schwoba. Zunächst war kein christlicher Verlag bereit, das Werk herauszu- bringen wegen des zu kleinen Verbreitungsgebiets. Davon erfuhr man im Schwäbischen Albverein und entschloss sich, das Werk zum 120. Jahr des Bestehens des Albvereins herauszubringen. So wurde die Bibel für Schwoba am 25. Mai 2008 in der Stiftskirche zu Tübingen der Öffentlichkeit vorgestellt. Prälat Rose aus Reutlingen hielt für die ca. tausendköpfige Gemeinde die Festpredigt auf Schwäbisch; den musikalischen Rahmen bildete die Volkstanzgruppe Frommern des Schwäbischen Albvereins. Für alle, die dabei waren, ein schönes Erlebnis.
  • Auch im 84. Jahr meines Lebens besuche ich immer noch gerne unsere Kirchengemeinden und feiere die Gottesdienste mit ihnen in schwäbischer Mundart oder lese Geschichten aus der Bibel für Schwoba. Die Besucher sagen dann oft: „Der ischd halt näher bei de Leut.“ Und nach den Lesungen: „Des ischd wia wa'mr selber en dene Gschichta drbei wär“. Die, die meinen, dass dies nur eine lustige Sache sei, kommen dabei nicht auf ihre Kosten.
  • I will aus am Wort Gottes koe Gaude macha, aber s därf a Fraed macha, en dr Bibel zom lesa!
Rudolf Paul
Pfarrer Rudolf Paul